Am Samstag den 12. Juni nahmen wir mit drei Privatautos die Strasse unter die Räder, mit Ziel Tropenhaus Frutigen. Unterwegs schalteten wir noch einen kurzen Kaffeehalt ein.

Als wir von der Umfahrungsstrasse die Ausfahrt Frutigen ansteuerten, sahen wir schon den Bau des Tropenhauses. Es ist ein dunkelgrauer, rechteckiger Bau, welcher gar nicht ins Oberländerdorf Frutigen passt, es ist eben etwas besonderes wie das Tropenhaus selber auch. Die Oberländerluft ist noch etwas kühl; aber entsprechend unserem Vorhaben ist es ratsam sich nicht zu warm anzuziehen.

Nachdem wir an der Kasse das finanzielle erledigt hatten gingen wir zur Ausstellung. Am Anfang ist die ganze Geologie erklärt, woher überhaupt das warme Wasser kommt, die ganzen Gesteinsschichten und wie das warme Wasser weiter verwendet wird. Es wird nämlich heruntergekühlt damit für den Fisch, nämlich den Stör, die richtige Wassertemperatur herrscht, damit er gezüchtet werden kann, und mit der anfallenden Wärme vom Wasser wird das Tropenhaus geheizt. Auf einer grossen, ovalen, geschliffenen Steinplatte sind alle Störarten aufgezeichnet. Am Rand sind ringsherum die lateinischen Namen der Fische, welche dann mit einem Tastendruck zum leuchten gebracht werden. Dazu werden die wichtigsten Eigenschaften des Fisches eingeblendet. Ueber der Platte ist ein grosser Stöer, nur aus Muscheln zusammengestellt und mit Spotlampen beleuchtet, was einen schönen Effekt ergibt.

Weiter im Innern gibt es einen Schaukasten mit dem Modell im Detail über die ganze Anlage.

Es gibt noch weitere interessante Erklärungen und Beschreibungen über die Entstehung des Tropenhauses.

Im Freien sind die Reinigungsbecken und der Bio-Filter für die Störzucht. Weiter ist noch eine grosse Baustelle zu sehen wo weitere Zuchtbecken und Reinigungsanlagen entstehen. Die Störzucht soll im Grossen betrieben werden. Coop unterstützt das Tropenhaus und ist auch Abnehmer von Kaviar und dem Fischfleisch vom Stoer.

Bevor man ins Tropenhaus kommt, kann man im Untergeschoss das Aquarium mit den darin schwimmenden Stör`s sehen. Nun noch ein oder zweimal tief durchatmen bevor man ins Tropenhaus kommt. Es gibt fast einen Klimaschock. An der Türe hängt ein Zettel worauf geschrieben steht, dass man langsam gehen soll, (wegen dem Kreislauf). Nach ein paar Minuten hat man sich aber schon daran gewöhnt. Hier gibt es die seltsamsten Pflanzen und Bäume. Es gibt Bananen, Peperoncini, Mangos und sonst noch viele andere Früchte. Es hat Sträucher mit wunderschönen Blüten, (eine Blüte hat ca. zwanzig Centimeter im Durchmesser).

Der „botansich“ interessierte Besucher kommt hier sicher voll auf seine Rechnung, während der „Laie“ bald einmal den Rundgang absolviert hat, ohne dass er im speziellen ein „Ah“ und „Oh“ Erlebnis hatte.

Nach unserem Rundgang meldete sich auch der Magen für einen kleinen Imbiss. Die Zeit dafür war auch weit fortgeschritten. Mit dem Platzangebot war es schwierig, da alle freien Plätze durch Besucher besetzt und die übrigen Tische bereits aufgedeckt und für den Abend reserviert waren. Im Bistro wurde für uns rasch Platz gemacht damit wir unsere Gelüste stillen konnten und auch die besonderen Angebote kosten. Wir kamen zwar nicht ganz auf unsere Kosten, da im Bistro eine andere Speisekarte aufgelegt wurde als im Restaurant. Es war nur eine „Snack-Karte“ plus die Karte mit drei Mittagsmenues. Trotzdem, hungrig musste niemand auf den Rückweg. Nach dem Kaffee machten sich die Meisten auf den Rückweg während ein kleines Grüppchen, eben die „Botaniker“ sich nochmals auf den Rundgang machten.

Abschliessend und aus meiner Sicht war die Exkursion gut und lehrreich, glaube aber kaum, dass ich nur des Tropenhauses wegens nochmals nach Frutigen fahren würde.

Bräteln